"1000 Bäume für 1000 Kommunen"

Stellungnahme der FLH-Fraktion zu „1000 Bäume für 1000
Kommunen“ 
(in der Februarsitzung des Gemeinderats 2020)

 

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin, werte Anwesende,
zum TOP 7, „1000 Bäume für 1000 Kommunen“, möchte ich eine Stellungnahme
der FLH-Fraktion verlesen. Man sollte eigentlich denken, dass man nicht viel falsch
machen kann, wenn man Bäume pflanzt. Doch Baum ist nicht gleich Baum und die
jeweiligen Bedingungen vor Ort sind oftmals sehr unterschiedlich. Die eigentliche
Intention dieser Aktion ist es, dem Klimawandel entgegenzutreten und die
Menschen für die Thematik zu sensibilisieren. Doch machen wir uns nichts vor:
Solche Aktionen sind rein symbolischer Natur und haben keinerlei Auswirkungen
auf das Klima selbst. Mir persönlich geht es bei dieser Aktion um die generelle
Sinnhaftigkeit der Maßnahme. Was in anderen Gemeinden sinnvoll erscheinen
mag, muss noch lange nicht sinnvoll für Heiligkreuzsteinach sein. Bei uns ist eher
das Gegenteil der Fall. Heiligkreuzsteinach „ersäuft“ im Wald, genauso wie viele
andere Odenwaldgemeinden. Wer sich heute Bilder aus vergangenen Jahrzehnten
anschaut, der wird verwundert feststellen, dass unser Ort in früheren Zeiten von
Wiesen und Äckern geprägt war. Diese damalige Kulturlandschaft mit vielen
Streuobstwiesen war ein Hotspot der Artenvielfalt. Von alledem ist fast nichts
mehr erhalten, es dominiert der Wald bis tief hinunter in die Talauen. Dazu ist es
gekommen, weil Wiesen und Äcker aufgeforstet bzw. Flächen nicht mehr
bewirtschaftet und gepflegt wurden.
Das eigentliche Problem unseres Waldes ist heutzutage seine industrielle
Nutzung. Unser Wald wird als Rohstofflager benutzt, das es auszubeuten gilt. Von
der vielgerühmten „Nachhaltigen Forstwirtschaft“ ist nicht mehr viel zu sehen.
Waldwege werden zu wahren Autobahnen ausgebaut. Man sieht Schiffscontainer
mit chinesischen Schriftzeichen auf den Waldparkplätzen stehen, in welche 150-
jährige Buchenstämme verladen werden. Alle 30 Meter sind unsere Wälder mit
Rückegassen für tonnenschwere Harvester durchzogen. Und selbst im Frühjahr
und Sommer – wo eigentlich Ruhe im Wald herrschen sollte – wird rausgeholt,
was rauszuholen ist. Man denkt sogar darüber nach, alte Kohlekraftwerke auf
Holzpelletverbrennung umzurüsten. 100 % „klimaneutral“ versteht sich. Und als
wäre das noch nicht genug, kommt schlussendlich noch der Ausbau der Windkraft
hinzu, der ebenfalls vor dem Wald nicht Halt macht. Selbstverständlich wird all
das immer wieder versehen mit dem Deckmäntelchen des „Klimaschutzes“.
Der Wald hat im Laufe der letzten Jahrzehnte zur Genüge bewiesen, dass er für
sich selbst sorgen kann. Einfach mal die Natur machen lassen, anstatt
herumzuexperimentieren. Man muss nicht permanent mit großem Bohei
Selbstverständlichkeiten breittreten und immerzu auf den Klimaschutz verweisen.
Echte Probleme werden damit nicht gelöst, aber den Menschen werden sinnvolle
Maßnahmen suggeriert, wo keine sind. Ein klassisches Ablenkungsmanöver
gepaart mit viel Aktionismus.
Ich habe jedoch kein Problem damit, wenn sich die Gemeinde hier engagiert und
interessierten Bürgern Bäume zur Verfügung stellt, solange das Ganze nicht in
irgendwelche CO2-Einsparungs-Tricksereien ausartet, wie z.B. beim Stadtradeln
im letzten Jahr. Nachzulesen etwa in der RNZ, wo gefahrene Radkilometer allen
Ernstes in eingesparte Tonnen CO2 umgerechnet wurden. Und mein Gefühl sagt
mir, dass es genau darauf hinausläuft.
Aus diesen Gründen werde ich persönlich der Vorlage „Klimaschutz – 1000 Bäume
für 1000 Kommunen“ nicht zustimmen.
Johannes Fink, Fraktionssprecher FLH

 

 

 

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