Interessante Informationen

Wildbienen -

Informationen zu diesen wenig bekannten, wichtigen Helfern...

 

Nach einem ungewöhnlich "grauen", regenreichen Winter, fast ohne Sonnenschein, aber auch wieder nur wenig Schnee, steigt der Appetit nach einem farbenfrohen, warmen Frühling. Die ersten Vorboten strecken bereits ihre Spitzen aus dem nassen Boden: Schneeglöckchen und Krokusse melden sich wieder zurück! Auch die ersten Insekten, vor allem Bienen und Hummeln werden sich bald wieder auf die Suche nach nahrungsspendenden Blüten machen.

 

Über die Bedeutung und die außerordentliche Wichtigkeit dieser Insekten, zu denen auch Wespen, Fliegen und Käfer zählen, machen wir uns nur selten eine reale Vorstellung. Wussten Sie, dass 78% aller Blütenpflanzen auf die Bestäubung der Insekten angewiesen sind? Wussten Sie, dass 87 Arten unserer 109 wichtigsten Kulturpflanzen vollständig von tierischen Bestäubern abhängen? Zu diesen ökonomisch wichtigen Pflanzen gegören Apfel, Erbeere, Mandel, Tomate, Melonen... Man schätzt allein den weltweiten, wirtschaftlichen Wert der Betäuberleistung in der Landwirtschaft auf 153 Milliarden Euro!  Wussten Sie, dass Tomaten gar nicht von Honigbienen, sondern nur von Wildbienen bestäubt werden? 

 

Diese Fakten werden in einem wirklich interessanten Artikel eines Schweizer Forschungsinstituts für biologischen Landbau beschrieben. In dem Artikel wird viel über die Lebensweise dieser meist unterschätzten Insektenart geschrieben, gleich zeitig begreifen wir, dass diese Bienenvölker sich auf vielen, geeigneten Flächen ansiedel können - also auch im eigenen Garten. Voraussetzung ist aber immer eine blütenreiche Umgebung, die viel Pollen zur Ernährung dieser Wildbienen anbietet.

 

http://www.fibl.org/fileadmin/documents/shop/1633-wildbienen.pdf

 

Ameisenbläuling auf der Blüte eines „Großen Wiesenknopfes

 

Der „Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling“ ...

 

... ist ein faszinierender Schmetterling. Eher unscheinbar und nur ca. 30 mm groß, lebt er in enger Symbiose mit dem „Großen Wiesenknopf“ (einer Wiesenpflanze) und verschiedenen Ameisenarten.

Die Art gilt als europaweit gefährdet und ist auf Feuchtwiesen bzw. das Vorhandensein des Großen Wiesenknopfes angewiesen. Bei uns kommt der Wiesenknopf und damit auch der Ameisenbläuling noch vor, allerdings wird oft viel zu früh zum zweiten Mal gemäht und so dem Schmetterling und seinen Nachkommen die Nahrungsgrundlage entzogen.

Die Schmetterlinge legen ihre Eier ausschließlich auf den Blüten des Großen Wiesenknopfes ab. Der Schmetterling selbst saugt an dessen Blüten, während die Raupen im Anfangsstadium ihrer Entwicklung die Blüten fressen. Im weiteren Verlauf leben sie allerdings räuberisch, d.h. sie lassen sich von der Blüte herunterfallen und warten, bis sie von ihren Wirtsameisen in deren Bau getragen werden. Da sie den Nestgeruch der Ameisen perfekt imitieren können, werden sie wie die eigene Ameisenbrut gepflegt. Im Ameisenbau ernähren sie sich dann von der Ameisenbrut und überlassen den Ameisen im Gegenzug ein zuckerhaltiges Sekret. Die Überwinterung findet ebenfalls im Ameisennest statt. Bei der Verpuppung bzw. dem Schlupf im Frühjahr ist Eile geboten. Der fertige Schmetterling wird nämlich von den Ameisen als Eindringling erkannt und angegriffen bzw. als Beute betrachtet.

 

Johannes Fink

Die wahren Könige der Lüfte …

 

… sind die Mauersegler. Wohl kein anderer Vogel auf der Welt ist so wenig erdgebunden wie der Mauersegler. Er legt im Jahr bis zu 200.000 Kilometer zurück und verbringt die ersten beiden Lebensjahre fast ausschließlich in der Luft. Ja, er schläft sogar in der Luft! Die Vögel sind nur wenige Monate im Jahr bei uns zu Gast und ziehen bereits im August in ihre Winterquartiere südlich der Sahara. Bei uns brüten sie einmal im Jahr und ihr Gelege scheint mit zwei bis maximal vier Eiern recht klein. Diese geringe Anzahl machen sie jedoch damit wett, dass sie bis zu 20 Jahre alt werden und damit entsprechend oft für Nachwuchs sorgen können. Wir können ihnen helfen, wenn wir ihnen spezielle Nisthilfen zur Verfügung stellen, die hoch oben am Haus angebracht werden sollten. Unter Umständen dauert es jedoch Jahre, bis der erste Segler einzieht. Weiterhin sollte man vor Baumaßnahmen prüfen, ob eventuell Mauersegler im Dach ihre Jungen großziehen. Auch das Einrüsten und Abhängen von Gebäuden tötet jedes Jahr viele Vögel, da die Altsegler dann nicht mehr ihre Jungen füttern können. Falls man nun doch mal einen Mauersegler findet, sollte man auf jeden Fall Kontakt mit der Mauerseglerklinik in Frankfurt aufnehmen. Hier erhält man Ratschläge, wie man mit einem Fundvogel umgeht. In der Regel ist der Laie jedoch mit der Aufzucht überfordert, da die Vögel schwierig zu füttern sind und hohe Ansprüche an das Futter stellen. Grundsätzlich gilt auch hier, Jungvögel keinesfalls mit Hackfleisch, Katzen- oder Hundefutter oder  ähnlichem zu füttern, sondern ausschließlich mit Insekten. Vor allem Mauersegler überleben eine Fehlernährung anfangs oft, reagieren aber immer mit Gefiederschäden, was bei ihrer luftgebundenen Lebensweise einem Todesurteil gleichkommt.

Kontakt: Deutsche Gesellschaft für Mauersegler e.V. Telefon 069/35 35 15 04 (http://www.mauersegler.com)

Im Bild ein junger Mauersegler, der etwas zu früh das Nest verlassen hat.

Johannes Fink

Der Tigerschnegel

 

Nacktschnecken erfreuen sich bei Gartenbesitzern keiner großen Beliebtheit. Das ist sehr vorsichtig ausgedrückt, denn sie können zu einer regelrechten Plage werden. Gerade in unserer Umgebung, mit den vielen Wiesenflächen, können sie großen Schaden anrichten. In Scharen tauchen sie plötzlich auf, fressen Rittersporn, Dahlien, Salat und vieles andere bis auf den letzten Stiel ab. Schneckenzaun, Bierfalle, Schneckenkorn, Sägemehl – das alles sind Gegenmittel, allerdings mit beschränkter Wirkung…

Wussten sie aber, dass es unter diesen Aktivisten einen Artgenossen gibt, der sogar im Garten nützlich ist? Der Tigerschnegel (Foto) ernährt sich überwiegend von abgestorbenen Pflanzenteilen, von Pilzen, aber auch von Schneckeneiern (!) und soll sogar andere Nacktschnecken fressen, insbesondere die „geliebte“ Spanische Wegschnecke. Wir sollten ihn also Sympathisanten betrachten und ihm im Garten das Leben erleichtern. Allerdings: Schneckenkorn macht leider keinen Unterschied zwischen gefräßigen und nützlichen Nacktschnecken…

Der Tigerschnegel war übrigens 2005 „Weichtier des Jahres“.

Ansprechpartner FLH

FLH    Freie Liste

Heiligkreuzsteinach

Jan Sonnberger

(1. Vorsitzender)

Telefon: 06220 313

Haben Sie Anregungen? - Dann sprechen Sie mit uns.

Kontakt

Mitglied werden

Lernen Sie uns näher kennen und erfahren Sie alles rund um die FLH.

Wir freuen uns auf Sie!

Kontakt

Interessante Links:

WetterOnline
Das Wetter für
Heiligkreuzsteinach
mehr auf wetteronline.de